über konzentration und aufmerksamkeit
"Die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu schenken – sich zu konzentrieren -, gilt als erstrebenswert und wird im Verhältnis dazu gemessen, wie intensiv sie ist und alles andere ausgeschlossen ist.
Vielzitierte Beispiele sind Archimedes, der Kreise im Sand zeichnet, ohne die Eroberung der Stadt Syrakus zu bemerken; und Scaliger, der sich in seinen Kommentar zu Homer vertieft, während sich das Massaker der Bartholomäusnacht vor seinem Fenster abspielt. Das sind gewiß Extremfälle, aber sie veranschaulichen, daß man sich Konzentration allgemein als eine Verengung des Aufmerksamkeitsfeldes vorstellt. Sie belegen zudem die Gefahr der Konzentration – die Gefahr, daß gerade etwas Wichtiges außerhalb des Aufmerksamkeitsfeldes geschieht, ohne je bemerkt zu werden. Der Scheinwerfer ist vielleicht zu hell und das übrige Feld zu dunkel, um etwas zu beobachten. In der Methode, die ich nun beschreibe, wird die Aufmerksamkeit ausgeweitet statt verengt, um bestimmte Schlüsselbeziehungen im Körper sowie die Aktivität, die sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit befindet,
einzubeziehen. Um das Bild des Scheinwerfers und der Bühne nochmals
zu benutzen, der Scheinwerfer ist diesmal immer noch hell, aber die Bühne ist nur im Halbdunkel, statt ganz abgedunkelt zu sein."
auszug aus einer rede von frank pierce jones über die organisation des bewusstseins, 1964, der gesamte text als download auf der webseite des deutschen alexandertechnik-verbands ´
